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Rabelais et la Renaissance |
| Nr. 22 / 2001 |
| Resümee: | Rabelais und sein Werk stehen zwar im Mittelpunkt dieser Seiten, doch werden zahlreiche kontextualisierende Informationen über das 16. Jahrhundert mitgeliefert. Zudem wird Gelegenheit zur Reflexion über Präsentationsweisen historischer Sachverhalte geboten. |
| URL: | http://perso.wanadoo.fr/cascade.sarl/rabelais/pages/pagrablais.html |
| Kategorie: | Themenangebote |
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Dieses vielseitige Angebot bietet wesentlich mehr als nur Informationen über Rabelais. Ursprünglich ist die durchgängig französisch gehaltene, ansprechend gestaltete Webseite aus der Recherche- und Dokumentationsarbeit für ein von Rémi Morel verfasstes Drehbuch entstanden. Es basierte auf der Idee, ein fiktives Netzwerk zwischen Rabelais und anderen Renaissance-Zeitgenossen darzustellen. Für alle, die an Verbindungen zwischen Film-, Geschichts- und Literaturwissenschaft interessiert sind, ist diese Adresse deswegen empfehlenswert. Sie regt zum Nachdenken an über die Verwandtschaft der Inszenierungsstrategien von Filmemachern und die historiographische Praxis der eigenen Zunft. Neben ästhetischem Vergnügen bietet die Seite auch einige Überlegungen zur "Révolution Internet". Von der Startseite aus kann der Besucher zwischen mehreren Zugängen zum Thema wählen: Unter dem Stichwort "Scénario de fiction" findet sich zunächst das Drehbuch Morels. Vorgestellt werden außerdem in vier Themenblöcken das Werk Rabelais' ("L'Oeuvre"), wichtige Zeitgenossen ("Personnages"), die konfessionelle Situation ("La Religion") sowie einige Charakteristika des 16. Jahrhunderts ("Le Siècle"). Insgesamt hat man es mit einem inhalts- und kontrastreichen Programm zu tun: wenn über den Buchdruck berichtet wird, so gehen die Autoren beispielsweise auch auf die Zensur ein. Thematische Brennpunkte der heutigen kulturorientierten Geschichtswissenschaft sind vertreten: Fest, Reisen, Geschlechterverhältnisse, Krieg. Biographische Angaben finden sich beispielsweise zu Humanisten wie Rabelais, Budé oder Erasmus ebenso wie zu Theologen und Kirchenleuten wie Calvin, Luther und Loyola. Von besonderem Nutzen sind die Informationen über Diplomaten und Politiker wie Guillaume und Jean Du Bellay, Antoine Duprat oder Noel Beda. Die Artikel sind auf sinnvolle Weise miteinander verlinkt, so dass etwa die Berührungspunkte in den Biographien der erwähnten Personen leicht aufgesucht werden können. Zum Werk von Rabelais hat der Literaturhistoriker Jean Yves Pouilloux einführende und erläuternde Texte verfasst. Ein einfaches Glossar erleichtert das Verständnis frühneuzeitlicher Begriffe. Einige Seiten sind leider noch in Bearbeitung, bedauerlich ist auch, dass die Suchfunktion nur über die Startseite erreichbar ist. Aufgrund des überschaubaren Designs und der klaren Strukturierung des Angebots bereitet die Navigation jedoch keine Probleme. Insgesamt wird ein gutes Gleichgewicht zwischen Text-, Bild- und Tonmaterial erreicht, man merkt den Autoren an, dass sie über Inszenierungstalente verfügen. So bleibt den als "amis buveurs et vous autres, doctes internautes" angesprochenen Besuchern eine von Rémi Morel seinem Drehbuch vorangeschickte Aufforderung durchgängig im Bewusstsein: "Alors place à la fiction..." [Claudie Paye, 11. Juni 2001] |
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