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IKAR - Altkartendatenbank |
| Nr. 23 / 2004 |
| Resümee: | Als Ergebnis eines Kooperationsprojekts deutscher Bibliotheken kann in einer Datenbank mit etwa 224.000 Titeleinträgen von Karten, Globen und Atlanten aus der Zeit vor 1850 recherchiert werden. |
| URL: | http://ikar.staatsbibliothek-berlin.de/ |
| Kategorie: | Bibliotheken |
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Bibliotheken, die über größere Sammlungen historischer Kartendrucke verfügen, sehen sich mit arbeitsaufwändigen Aufgabenstellungen konfrontiert. Zum einen müssen bei Aufbewahrung und Bereitstellung der Karten konservatorische Gesichtspunkte berücksichtigt werden, um bleibende Schäden an den empfindlichen Materialien zu verhindern. Zum anderen sind bei der Katalogisierung historischer Karten die Besonderheiten dieser Quellengattung zu beachten, um eine möglichst umfassende Erschließung der Bestände gewährleisten zu können. Nachdem Altkarten von den Bibliotheken lange Zeit eher stiefmütterlich behandelt worden waren, erkannte man zu Beginn der 1980er Jahre die Notwendigkeit intensiverer und auf nationaler Ebene koordinierter Katalogisierungsbemühungen. 1985 begann auf Initiative der Deutschen Forschungsgemeinschaft sowie dreier Bibliotheken mit besonders umfangreichen Kartenbeständen (Staatsbibliothek zu Berlin, Bayerische Staatsbibliothek München, Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen) die Arbeit am Gemeinschaftsprojekt "Erschließung historisch wertvoller Kartenbestände vor 1850". Mit Hilfe der Datenbanksoftware IBAS wurde ab 1991 das Online-Katalogisierungssystem IKAR aufgebaut. Im Jahr 2000 erfolgte die Überführung von IKAR in das Katalogsystem des Gemeinsamen Bibliotheksverbundes (GBV), wo die Datenbank für Recherchen zur Verfügung steht. Entstehungsgeschichte, Zielsetzung und Erschließungsprinzipien des federführend von der Staatsbibliothek zu Berlin betriebenen Projekts werden überblickshaft im Bereich Allgemeines skizziert. Zu beachten ist z. B., dass handgezeichnete Karten in IKAR nicht nachgewiesen werden. Enthalten sind vielmehr "gedruckte thematische und topographische Karten, Globen und Atlanten bis einschließlich Erscheinungsjahr 1850 sowie deren Faksimiles und sonstigen Nachdrucke". Zu Beginn des Jahres 2004 umfasste IKAR über 224.000 Titel sowie knapp 278.000 Bestandsnachweise. Neben den drei ursprünglich beteiligten Partnern werden im Abschnitt Beteiligte Bibliotheken vier weitere Institutionen aufgeführt, so dass mit einem weiteren Anwachsen der nachgewiesenen Karten gerechnet werden kann. Weitere potentielle Kooperationspartner können im Kapitel Teilnahmebedingungen nähere Informationen abrufen. Welche besonderen Anforderungen an die Erfassung historischer Karten gestellt werden, wird schließlich im Bereich Sonderregeln dokumentiert. Diese Ausführungen sind keineswegs nur für Bibliothekare nützlich, sondern sie helfen auch den Katalogbenutzern bei der Formulierung sinnvoller Datenbank-Abfragen. Wer etwa nach Karten mit einem bestimmten Maßstab sucht, findet hier eine "Umrechnungstabelle zur Ermittlung des Maßstabes von Karten mit nichtmetrischen Maßsystemen." Direkt zum Katalog führt der Startseitenlink Datenbank der Landkartendrucke vor 1850 beim GBV. Um sich zunächst über die Erschließung der Karten durch Schlagworte zu informieren, kann die sogenannte Nomina-Liste aufgerufen werden, und zwar sowohl in alphabetischer als auch in systematischer Form. Schlagworten mit kurzen Ergebnislisten - wie dem "Friedhofsplan" oder der "Zehntkarte" - stehen Einträge mit langen Trefferlisten gegenüber, etwa die "Postroutenkarte" mit mehr als 1.350 Titeln oder die "Geschichtskarte" mit fast 6.900 Treffern. Für die Recherche steht eine Suchmaske zur Verfügung, die Benutzern von PICA-Katalogen wenig Probleme bereiten wird. Wer mit dieser Benutzeroberfläche noch nicht vertraut ist, sollte im Zweifelsfall dem Hilfe-Button folgen. Als einfachste Suchoption ist die Recherche über alle Suchfelder ("Alle Wörter") voreingestellt. Wird auf diese Weise z. B. nach "Tegernsee" gesucht, finden sich sowohl Karten, auf denen der Tegernsee dargestellt ist, als auch solche, die im Kloster Tegernsee hergestellt wurden. Will man die Treffermenge auf solche Karten reduzieren, die in der frühen Neuzeit gedruckt wurden, sollte man in die "Erweiterte Suche" wechseln. Dort kann ein Erscheinungsjahr oder ein Erscheinungszeitraum als Eingrenzungskriterium definiert werden. Neben der Titel- oder Schlagwort-Suche wird die Recherche nach bestimmten Geographen oder Kartographen zu den häufigsten Recherchearten gehören. Wenn man im Feld "Person, Autor" z. B. nach "Homann, Johann Baptist" sucht, gelangt man zu über 4.000 Treffern einschließlich eines Personeneintrags mit knappen biographischen Angaben sowie Verweisen auf weitere Namensvarianten. Durch Hinzufügung des Schlagworts "Frankreich" zur ursprünglichen Suchanfrage wird die Treffermenge deutlich reduziert. In der reduzierten Titelliste finden sich auch zwei Publikationen, die durch ein grafisches Symbol als "Online Ressourcen" gekennzeichnet sind. Es handelt sich um Karten aus dem Besitz der Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, die als Ergebnis eines Digitalisierungsprojekts mit Hilfe einer Zoom-Software präsentiert werden. Wenn der Reiter "Nachweisinformationen" gewählt und anschließend das Plus-Zeichen vor dem Namen der Bremer Bibliothek angeklickt wird, erscheint anschließend der direkte Link zur entsprechenden Karte. Wer sich ausschließlich für solche online abrufbaren Karten interessiert, kann in der "Erweiterten Suche" die Materialart auf "Online Ressourcen" einschränken. Die große Zahl der erfassten Bestände, die tiefe Erschließung und die vielfältigen Suchmöglichkeiten machen diese Datenbank zu einer Pflichtadresse für alle, die sich für historische Karten interessieren. [Gregor Horstkemper, 7. Juni 2004] |
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