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Cornell University Library Witchcraft Collection |
| Nr. 25 / 2004 |
| Resümee: | Die Bibliothek der Cornell University macht mehr als hundert Quellen zur Geschichte der Hexenverfolgungen in Bild- und Textfassungen online zugänglich. |
| URL: | http://historical.library.cornell.edu/witchcraft/ |
| Kategorie: | Digitale Editionen |
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Wer bei der Recherche nach Internet-Ressourcen zur Geschichte der Hexenverfolgungen allein auf die Hilfe einer Internet-Suchmaschine setzt, muss - je nach Formulierung der Suchanfrage - mit einer fünf- oder sechsstelligen Trefferzahl rechnen. Angesichts solcher Treffermengen liegt es nahe, auf qualitätsorientierte Linksammlungen zurückzugreifen, wenn man wissenschaftlich brauchbare Angebote finden will. Stehen online benutzbare Quellenmaterialien im Mittelpunkt des Interesses, schrumpft die Menge der relevanten Internet-Adressen schnell auf eine Zahl im unteren zweistelligen Bereich zusammen. Für eines der nützlichsten Angebote dieser Art zeichnet die Bibliothek der im US-Bundesstaat New York angesiedelten Cornell University verantwortlich. In den 1880er Jahren wurde hier der Grundstein zu einer Buch- und Handschriftensammlung über die Geschichte des Hexenwesens gelegt, die heute mehr als 3.000 Titel umfasst. Aus diesem Gesamtbestand zur amerikanischen und europäischen Geschichte der Hexenverfolgungen wurden rund 100 Bücher und einige Handschriften ausgewählt und in digitalisierter Form online bereit gestellt. Als Einstieg in die "Witchcraft Collection" eignet sich der Startseiten-Link About, der die Geschichte der Sammlung skizziert und weitere Informationsmöglichkeiten zu ihrer Zusammensetzung vorstellt. Bei Interesse an einer gründlichen Abhandlung über die Buchsammlung kann der von Edward Peters verfasste Aufsatz "Literature of Demonology and Witchcraft" empfohlen werden, der im About-Kapitel verlinkt ist. Für eine Orientierung bezüglich technischer Fragen steht ein Help-Link zur Verfügung, der zu Angaben über Recherche- und Navigationsmöglichkeiten führt. Für die meisten Benutzer wird anschließend der Browse-Button die nächste Wahl darstellen. Diese Zugangsweise macht die einzelnen Werke über alphabetisch gruppierte Listen von Autorennamen bzw. Titeln zugänglich. Die grundlegenden bibliografischen Informationen - einschließlich der Nennung der Seitenzahlen - finden sich nur in diesen Listen und fallen recht karg aus. Bei den Digitalisaten taucht dann nur noch ein Kurztitel auf, so dass die Erschließung der verfügbar gemachten Werke eher unbefriedigend ausfällt. Wen beim Blättern in den alphabetischen Listen z. B. der 1511 von Ulrich Tengler herausgebrachte "neü Layenspiegel" interessiert, klickt auf den Titel und gelangt damit zur ersten Seite diese Werkes. Wie die meisten anderen hier präsentierten Publikationen kann der "Layenspiegel" sowohl in einer Text- als auch in einer Bildversion gelesen werden. Am rechten Bildrand ist ein Button mit der Bezeichnung "View as:" untergebracht, mit dem von der Textdarstellung zur Bilddarstellung (= 100%) und zurück gewechselt werden kann. Für die Bewegung innerhalb der einzelnen Werke steht eine einfache Blätterlösung zur Verfügung. Neben den Link previous page bzw. next page kann auch über das Feld Go to page: zu bestimmten Seitenzahlen gesprungen werden. Die ebenfalls vorgesehene Navigation über ein Dropdown-Menü ist bislang nur in wenigen Fällen realisiert worden. Die Qualität der Abbildungen fällt unterschiedlich aus und schwankt zwischen ausreichend und noch gut. Mit Hilfe der - allerdings nicht völlig fehlerfreien - Volltextversionen können bei Entzifferungsproblemen die meisten Fragen geklärt werden. Von den digitalisierten Titeln sind die meisten in englischer Sprache abgefasst bzw. ins Englische übersetzt. Neben den unvermeidlichen Materialien zu den Hexenverfolgungen von Salem finden sich auch viele englische Drucke zum Hexenwesen wie etwa der 1587 in London gedruckte "Discourse of the subtill practises of deuilles by witches and sorcerers" von George Gifford. Auch sehr bekannte Werke finden sich hier, allerdings meist nicht in den ausschlaggebenden Ausgaben bzw. Auflagen. Jean Bodins "Démonomanie des Sorciers" wird hier z. B. in der Auflage von 1587 wiedergegeben, während der "Malleus Maleficarum" mit einer Ausgabe aus dem Jahr 1580 vertreten ist. Ein unter Rezeptionsgesichtspunkten interessantes Werk stellen die "Cinq Livres de l'Impostvre et Tromperie des Diables" dar, eine erstmals 1567 gedruckte Übersetzung des 1563 von Johann Weyer veröffentlichten Werks "De praestigiis daemonum". Für diese Publikation zeichnete der calvinistische Arzt Jacques Grévin verantwortlich, der Literaturhistorikern als Theaterautor und Mitglied der Pléiade bekannt ist. In den Gallica findet sich unter Grévins Arbeiten nur die Auflage von 1569, während es sich bei dem Exemplar der Cornell University Library um den Erstdruck aus dem Jahr 1567 handelt. Neben dem browsenden Zugriff wird auch eine Suchfunktion angeboten, die über den Startseiten-Link Search angesteuert werden kann. Für die Recherche stehen die beiden Felder "Autor" und "Titel" sowie eine Volltextsuche zur Verfügung. Interessiert man sich etwa für Bezugnahmen auf Paracelsus, so kann man in den Volltexten z. B. nach der Zeichenfolge "Paracel*" suchen. Anschließend wird eine Liste derjenigen Werke angezeigt, in denen die Zeichenfolge gefunden wurde. Nach dem Anklicken einer dieser Publikationen folgt wiederum eine Liste der einzelnen Seiten, in denen der Suchbegriff zu finden ist. Da diese Suchfunktionalität ebenso wie die Navigationslösung und die bibliografische Erschließung der einzelnen Werke als verbesserungsfähig bezeichnet werden können, wäre eine Modernisierung und zugleich eine Erweiterung dieses Online-Angebots sehr wünschenswert. Über die bereits verfügbaren Werke hinaus umfasst die "Witchcraft Collection" viele weitere wichtige Materialien, so dass solche Bemühungen unbedingt lohnend wären. [Gregor Horstkemper, 21. Juni 2004] |
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