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Das Schweizer Buch: Schweizerische Nationalbibliografie

Nr. 5 / 2007  

Resümee:  Die Schweizerische Nationalbibliothek ermöglicht eine aktuelle, mit Hilfe der Dewey-Dezimalklassifikation strukturierbare Recherche nach neuen Publikationen schweizerischer Autoren und Verlage.
URL:  http://www.helveticat.ch/schweizerbuch/
Kategorie:  Bibliotheken

Für die Suche nach Veröffentlichungen zur schweizerischen Geschichte stellt die Schweizerische Nationalbibliothek mit der "Bibliographie der Schweizergeschichte" bereits ein leistungsfähiges Online-Angebot zur Verfügung. Wer jedoch nicht in erster Linie nach Publikationen zur Geschichte der Eidgenossenschaft recherchieren will, sondern nach Veröffentlichungen schweizerischer Historikerinnen und Historiker zur ganzen Bandbreite geschichtswissenschaftlicher Themen, dem kann das ebenfalls von der Schweizerischen Nationalbibliothek verantwortete "Schweizer Buch" empfohlen werden. Ähnlich wie z. B. die "Österreichische Bibliografie" für das benachbarte Alpenland bietet das "Schweizer Buch" für die Eidgenossenschaft den aktuellesten und umfassendsten Überblick zur nationalen Buchproduktion. Dabei wird nicht nur erfasst, was in schweizerischen Verlagen veröffentlicht wird: Wenn schweizerische Verfasser mindestens ein Drittel zu einem Werk beigetragen haben, oder der Inhalt des Werkes zu mindestens einem Drittel schweizerischen Themen gewidmet ist, wird es in der Nationalbibliografie erfasst. Wer sich einen besonders zeitnahen Überblick zu geschichtswissenschaftlichen Neuerscheinungen aus der Feder schweizerischer Autorinnen und Autoren verschaffen will, der sollte also das "Schweizer Buch" zu Rate ziehen. Die Nationalbibliografie verzeichnet halbmonatlich die schweizerische Medienproduktion: Neben Büchern werden auch Karten, elektronische Medien und Multimediapublikationen erfasst. Zeitschriften, Zeitungen, Jahrbücher und Reihen werden jeweils bei ihrer Ersterscheinung aufgenommen.

Auf der Startseite werden die Besucher gleich mit einer Suchmaske begrüßt, die u. a. die Auswahl von Sachgruppen zur Einschränkung der Recherche ermöglicht. Die Sachgruppen folgen dem Ordnungsschema der Dewey-Dezimalklassifikation, wobei die Veröffentlichungen insgesamt 100 Sachgruppen zugeordnet werden. Der über die Suchmaske abfragbare Berichtszeitraum beginnt mit dem Januar 2006, wobei die Suche auf einzelne Jahre, einzelne (Halbmonats-)Hefte, oder auf den Gesamtzeitraum seit Januar 2006 fokussiert werden kann. Wer sich für frühere Jahrgänge interessiert, kann über den Navigationsspalten-Link Jahr 2001-2005 eine zweite Suchmaske aufrufen. Diese Trennung wurde deshalb vollzogen, weil die älteren Datenbestände nach abweichenden Gliederungskriterien geordnet wurden. In beiden Suchoberflächen steht den Nutzern jeweils eine Einschränkungsmöglichkeit der Sachgruppenzuordnung zur Verfügung. In der Navigationsspalte am linken Bildschirmrand kann über den Link 900-990 Geschichte und Geografie eine feiner differenzierte sachliche Gliederung angesteuert werden. Neben der Suche nach Titeln zur Geschichte allgemein ("900 Geschichte") ist auch die Recherche in bestimmten Untergruppen möglich (z. B. "920 Biografien, Genealogie, Heraldik" oder "940 Geschichte Europas").

Neben der Eingrenzung der Suche auf Sachgruppen stehen weitere Fokussierungsmöglichkeiten zur Verfügung: Die Treffermenge kann auf Veröffentlichungen in bestimmten Sprachen, auf bestimmte Publikationsformen (z. B. Karten, elektronische Online-Publikationen etc.) und auf Publikationstypen (Hochschulschriften, Ausstellungskataloge etc.) eingeschränkt werden. Neben diesen Eingrenzungsoptionen steht die Möglichkeit zur Stichwortsuche in den Feldern Autor, Titel, Verlag und Verlagsort zur Verfügung. Eine Suche kann auch ohne Eingrenzungsoptionen oder Suchstichworte angestoßen werden, doch geraten die Treffermengen dann unübersichtlich groß. Wer eine Fokussierung auf die Sachgruppe "940 Geschichte Europas" wählt, gelangt für den Berichtszeitraum bis Ende März 2007 zu einer noch recht überschaubaren Titelmenge von rund neunzig Titeln. Darunter finden sich beispielsweise Guido Poliwodas Berner Dissertation "Aus Katastrophen lernen: Sachsen im Kampf gegen die Fluten der Elbe, 1784 bis 1845" oder der von Jean-Marie Cauchies und Heinz Noflatscher herausgegebene Sammelband "Pays bourguignons et autrichiens (XIVe-XVIe siècles): une confrontation institutionnelle et culturelle".

Aus der Liste der Kurztitel kann jeweils eine Vollanzeige der bibliographischen Angaben zu einzelnen Publikationen aufgerufen werden. Besonders interessante Titel können einem Sammelkorb ("Meine Liste") hinzugefügt werden, von dem aus man abschließend eine E-Mail mit allen gesammelten Titeln verschicken oder die Liste auf dem heimischen PC abspeichern kann. Etwas gewöhnungsbedürftig ist die Tatsache, dass die Datenbank "Das Schweizer Buch" in Helveticat, den Katalog der Schweizerischen Nationalbibliothek, integriert ist. Folgt man bei der Vollanzeige einzelner Titel z. B. einer verlinkten Schlagwortkette, verlässt man den engeren Kontext des "Schweizer Buchs" und springt in den weiteren Zusammenhang des Bibliothekskatalogs. Diese enge Verbindung kann sich jedoch als Vorteil erweisen, weil man z. B. von der Vollanzeige der erwähnten Publikation zur burgundischen Geschichte über einen Link zu älteren Titeln einer Reihe des in Neuchâtel angesiedelten "Centre européen d'études bourguignonnes" gelangen kann. Als Ergänzung der "Bibliographie der Schweizergeschichte" um den Nachweis von Veröffentlichungen schweizerischer Autoren zu nichtschweizerischen Themen ist das "Schweizer Buch" auf jeden Fall ein sehr hilfreiches Arbeitsinstrument.

[Gregor Horstkemper, 31. März 2007]

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